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Postdoktorand*in (m/w/d) in der Prähistorischen Archäologie

Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA)
location24837 Schleswig, Deutschland
VeröffentlichtVeröffentlicht: 2.6.2026
Wissenschaft und Forschung

Das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA), Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, ist ein weltweit tätiges archäologisches Forschungs­institut und Museum mit Hauptsitz in Mainz und weiteren Standorten in Neuwied, Mayen und Schleswig. Seit seiner Gründung im Jahr 1852 widmet sich das Museum den materiellen Hinterlassenschaften aus drei Millionen Jahren Menschheits­geschichte mit dem Ziel, menschliches Verhalten und Handeln sowie die Entwicklung und den Wandel von Gesellschaften zu verstehen.

Für den Standort Schleswig suchen wir schnellstmöglich eine*n

Postdoktorand*in (m/w/d) in der Prähistorischen Archäologie
(EG 13 TV-L)
in Vollzeit, befristet auf 15 Monate

Während des späten Pleistozäns und frühen Holozäns war Nordeuropa von mobilen Jägern und Sammlern bevölkert. Aufgrund ihres nicht sesshaften Lebensstils sind Spuren dieser Gesellschaften schwer zu finden, was unser Verständnis ihrer Lebensweise und Entwicklung erschwert. Einige Teile der südwestlichen Ostsee wurden jedoch erst im Holozän überflutet und könnten daher anthropogene Strukturen und Landschaften aus dieser paläolithischen / frühen mesolithischen Zeit enthalten. Kürzlich wurde in der südwestlichen Ostsee eine versunkene Steinmauer entdeckt, die wahrscheinlich aus der Steinzeit stammt und für die Jagd genutzt wurde. Ähnliche Jagdstrukturen, welche offenbar der Massenjagd auf Huftierherden dienten, wurden auch an anderen Orten der Welt gefunden.

Ein dreijähriges Projekt (SEASCAPE), gefördert von der Leibniz-Gemeinschaft, zielt darauf ab, diese Struktur detaillierter zu verstehen, andere bisher unbekannte steinzeitliche Mega­strukturen am Ostseeboden zu identifizieren und die Paläo­umwelt­bedingungen zu rekonstruieren, unter denen diese Strukturen errichtet wurden. Am Projekt SEASCAPE sind auf den Gebieten der Archäologie, Geologie, Geophysik und Paläo­klimatologie wissenschaftlich tätige Personen des Leibniz-Instituts für Ostsee­forschung Warnemünde (IOW), des Leibniz-Zentrums für Archäologie, Standort Schleswig (LEIZA), der Universität Rostock und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel beteiligt.

Im Rahmen des SEASCAPE-Projekts ist der LEIZA-Kompetenz­bereich 1 „Pleistozäne und Frühholozäne Archäologie“ am Standort Schleswig im Arbeitspaket 1 für die Suche nach gemeinsamen globalen Merkmalen solcher Strukturen verantwortlich, die für deren Funktion entscheidend sind. Darüber hinaus sind deren Auswirkungen auf das Siedlungs­verhalten und die sozio­ökonomischen Strukturen der Jäger- und Sammler­gemeinschaften zu untersuchen.


Aufgaben
  • Erstellung einer GIS-Datenbank zu subrezenten Mega­strukturen in arktischen Regionen, die für die Jagd und die Rentier- oder Karibu-Haltung errichtet wurden, sowie zu ähnlichen prähistorischen Megastrukturen weltweit
  • Eingehende Analyse der für die Funktion dieser Strukturen wesentlichen Merkmale sowie Ermittlung funktionaler Unterschiede und chronologischer Entwicklungen
  • Untersuchung morphologisch ähnlicher subrezenter Strukturen (z. B. Tierfallen, Fischwehre) und die Identifizierung diagnostischer Unterschiede und ihrer Einbettung in die natürliche Umgebung
  • Analyse der Bedeutung dieser Strukturen für die Besiedlung und das sozio­ökonomische Verhalten der beteiligten Gemeinschaften

Profil
  • Abgeschlossenes Hochschulstudium der Prähistorischen Archäologie mit einer Promotion vorzugsweise im Bereich steinzeitlicher Jäger- und Sammler­archäologie
  • Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Freude an der Arbeit in interdisziplinären Teams
  • Fundierte GIS-Kenntnisse, um eine merkmals­basierte Daten­erhebung zu prähistorischen und jüngeren Mega­strukturen mit anschließender GIS-gestützter vergleichender Datenanalyse durchzuführen
  • Erfahrungen mit Schiffsexpeditionen und die Bereitschaft zur Teilnahme an Forschungsausfahrten im Rahmen des Projekts wünschenswert
  • Idealerweise eine Forschungs­tauch­ausbildung für eine Beteiligung an den Tauch­einsätzen zur Untersuchung der Megastrukturen im Rahmen des Projektes
  • Kenntnisse über die Stratigraphie der Ostsee von Vorteil

Wir bieten
  • Eine Vergütung bis zur Entgelt­gruppe 13 TV-L bei Vorliegen der persönlichen und tariflichen Voraussetzungen
  • Sozialleistungen entsprechend den Regelungen des öffentlichen Dienstes einschließlich einer zusätzlichen betrieblichen Alters­versorgung (VBL) sowie einer Jahres­sonder­zahlung nach den Vorgaben des TV-L, Bezuschussung zum Deutschland­ticket i. H. v. 50 %
  • Flexible Arbeitszeiten mit bis zu fünf ganzen oder zehn halben Gleittagen im Monat und großzügigen Regelungen zum mobilen Arbeiten
  • Einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe der Ostsee
  • Eine sehr gute Infrastruktur mit moderner Labor- und Büro­ausstattung und die traditionell enge Zusammen­arbeit vor Ort mit den Kolleg*innen des Museums für Archäologie Schleswig und des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein
  • Ein Arbeitsumfeld, in dem die Chancen­gleichheit und Gleich­stellung aller Beschäftigten aktiv gefördert wird; Familien­freundlichkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind uns ein wichtiges Anliegen − wir sind zertifiziert nach „audit berufundfamilie“

Neben beruflicher Sicherheit und Familien­freundlichkeit bieten wir Ihnen ein attraktives, vielfältiges Arbeits­umfeld, zuverlässige Strukturen sowie eine abwechslungs­reiche Tätigkeit.

Das LEIZA möchte die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln und begrüßt Bewerbungen von allen qualifizierten Bewerber*innen (m/w/d) unabhängig von Alter, Behinderung, Geschlecht, Nationalität, Religion oder sexueller Orientierung.

Schwerbehinderte Bewerber*innen (m/w/d) (bitte Nachweise beifügen!) und Frauen werden bei gleicher Qualifikation und Eignung bevorzugt berücksichtigt.


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